Field Trip 26 Copenhagen
Vor einigen Wochen war unser Bachelorstudiengang Interaction Design der ZHdK auf Studienreise in Kopenhagen – und was für eine Woche das war! Wir hatten grosses Glück mit dem Wetter, wurden von inspirierenden Designstudios herzlich empfangen und konnten beeindruckende Ausstellungen in der ganzen Stadt erleben.
In den nächsten Beiträgen möchte ich euch einen kurzen Rückblick auf jeden Tag geben und einige der Momente, Menschen und Ideen teilen, die diese Reise so besonders gemacht haben. Viel Freude beim Mitreisen!
Montag, 22.06.
Unser erster Halt war Thoravej 29, wo wir eine Führung durch das Gebäude erhielten und mehr über die Vision hinter diesem besonderen Arbeitsort erfuhren. Besonders beeindruckt hat uns das Gebäude selbst, entworfen vom Architekturbüro Pihlmann und zu rund 95 % aus recycelten Materialien gebaut. Ein inspirierendes Beispiel dafür, wie sich Nachhaltigkeit und hochwertige Architektur verbinden lassen. Gleichzeitig lernten wir auch die Gemeinschaft kennen, die dort entsteht – einen Ort, an dem Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen zusammenkommen, zusammenarbeiten und voneinander lernen.
Am Nachmittag tauchten wir mit Marina Abramovićs Seven Deaths in den Cisternerne in eine völlig andere Welt des Designs und der Kunst ein. Der unterirdische Ausstellungsraum, kombiniert mit Klang, Performance und eindrucksvollen Bildern, schuf eine intensive Atmosphäre rund um Leben, Tod und menschliche Emotionen. Eine Ausstellung, die noch lange nach dem Besuch nachwirkt.
Den ersten Tag liessen wir gemeinsam bei einer Schüssel Ramen ausklingen – der perfekte Abschluss, um erste Eindrücke auszutauschen und (natürlich) bereits darüber zu diskutieren, welche Ausstellung uns wohl auch am nächsten Morgen noch beschäftigen würde.
Dienstag, 23.06.
Unser zweiter Tag begann im Natural Material Studio, wo wir erfuhren, wie natürliche und ausrangierte Ressourcen zu Biomaterialien, Objekten und sogar architektonischen Elementen verarbeitet werden können. Besonders spannend war zu sehen, wie Nachhaltigkeit nicht als Einschränkung, sondern als kreativer Ausgangspunkt verstanden wird. Einige der Techniken durften wir sogar selbst ausprobieren – allerdings mit der ausdrücklichen Empfehlung, die Proben lieber nicht zu essen.
Anschliessend radelten wir quer durch die Stadt zum Copenhagen Institute for Futures Studies, wo uns Carsten Beck in die Welt des Futures Thinking einführte. Sein Vortrag zeigte eindrücklich, dass sich die Zukunft zwar nicht vorhersagen lässt, wir aber unterschiedliche Szenarien entwickeln und uns dadurch besser auf kommende Entwicklungen vorbereiten können.
Den Abend verbrachten wir auf unseren Velos inmitten der feiernden Absolvent:innen Kopenhagens, begleitet von Live-Musik, sommerlichen Temperaturen und einem Sonnenuntergang, der einen fast vergessen liess, wie viele Kilometer wir an diesem Tag bereits zurückgelegt hatten.
Mittwoch, 24.06.
Der Tag begann bei Vertigo, wo wir mit einem selbstgemachten Frühstück empfangen wurden, bevor Jeppe Deibjerg und Mikkel Meyer uns ihre Arbeit vorstellten. Besonders ihre Herangehensweise an Lichtinstallationen und Szenografie war für uns inspirierend, da wir kurz zuvor selbst viel Zeit und Energie in die Gestaltung der Vernissage unseres Semesters investiert hatten (vielleicht wart ihr ja dabei?).
Unsere zweite Station war Khora, wo Simon Lajboschitz und Kathrine Fremming uns ihr Unternehmen und dessen Projekte näherbrachten. Sie zeigten eindrucksvoll, wie vielseitig Virtual Reality heute eingesetzt werden kann. Das Beste daran: Wir durften einige ihrer Projekte selbst mit VR-Brillen erleben – für viele von uns definitiv eines der Highlights der Woche.
Zum Abschluss besuchten wir das Louisiana Museum of Modern Art (eine absolute Empfehlung!). Während einer spannenden Führung lernten wir nicht nur die Ausstellungen kennen, sondern auch die Geschichte und das besondere Konzept des Museums. Die Kombination aus Architektur, Landschaft und Lage direkt am Meer ist schlicht beeindruckend. Ein besonderer Höhepunkt war es, die Skulpturen von Alberto Giacometti aus nächster Nähe erleben zu dürfen – ein perfekter Abschluss eines weiteren inspirierenden Tages.
Donnerstag, 25.06.
Am mittlerweile schon vierten Tag hatten wir uns endgültig an das Erkunden Kopenhagens mit dem Velo gewöhnt. Unser erster Halt führte uns ins Atelier der Designabteilung der Royal Danish Academy, wo wir mit Kaffee und Gipfeli herzlich empfangen wurden. Anschliessend erhielten wir spannende Einblicke in die Bachelor- und Masterstudiengänge sowie in den Studienalltag und die Arbeitsumgebung der Studierenden.
Danach ging es weiter zu Design Systems International – und ehrlich gesagt: Wow! Wir bekamen spannende Einblicke in verschiedene Projekte und erfuhren mehr über die Rolle des Studios innerhalb der Designbranche. Die Präsentation war unglaublich inspirierend und fesselte uns vom ersten bis zum letzten Moment.
Unser letzter offizieller Programmpunkt führte uns zu Christoph, einem ehemaligen Interaction-Design-Studenten der ZHdK. Er erzählte von seinem beruflichen Werdegang seit dem Studium und gab uns spannende Einblicke in seine heutige Arbeit.
Nach einem Tag voller inspirierender Gespräche, neuer Perspektiven und rund eineinhalb Stunden auf dem Velo liessen wir den Abend gemeinsam auf dem Streetfood-Markt Reffen ausklingen.
Freitag, 26.06.
Und plötzlich war sie schon vorbei – unsere inspirierende Woche in Kopenhagen.
An unserem letzten Tag besuchten wir Copenhagen Contemporary, das internationale Zentrum für zeitgenössische Kunst der Stadt. Wir hatten genügend Zeit, die Ausstellungen in unserem eigenen Tempo zu erkunden und beeindruckende Installationen, grossformatige Werke und Videokunst zu entdecken. Für viele von uns war James Turrells immersive Lichtinstallation eines der absoluten Highlights – eines jener Kunstwerke, die man kaum beschreiben kann und einfach selbst erleben muss.
Unsere letzte Station der Studienreise war CopenHill, eines der bekanntesten Beispiele dafür, wie Nachhaltigkeit und öffentlicher Raum miteinander verbunden werden können. Das Müllheizkraftwerk vereint eine Skipiste, Wanderwege, eine Kletterwand und eine Aussichtsplattform auf seinem Dach. Leider war während unseres Besuchs der Lift ausser Betrieb, weshalb wir den Gipfel nicht ganz erreichten. Etwas schade – aber genau solche kleinen Überraschungen gehören wohl zu jeder Studienreise dazu.
Den Nachmittag liessen wir trotzdem in vollen Zügen ausklingen, und einige von uns sprangen zum Abschluss noch in die Kanäle Kopenhagens.
Damit ging unsere Woche in Kopenhagen zu Ende – eine Woche voller neuer Perspektiven, inspirierender Begegnungen und unvergesslicher Erlebnisse. Ein grosses Dankeschön an alle, die uns empfangen, ihr Wissen mit uns geteilt und diese Reise so besonders gemacht haben.
Jetzt heisst es erst einmal: Sommer geniessen, bevor wir ins letzte Studienjahr an der ZHdK starten. Auf geht's!















